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Amperewindungen und Mllitesla

Vergleich zwischen Amperewindungen (AW, AT) und Millitesla (mT)


Seit der Erfindung des Reedschalters in den 50er Jahren wurde für die Bestimmung der magnetischen Empfindlichkeit die Einheit Amperewindungen (AW, AT) eingeführt. Aufgrund der zylindrischen Bauform lassen sich in einer meist vom Reedschalterhersteller selbst bestimmten Spule die Werte wie Anzugsempfindlichkeit, Abfallempfindlichkeit und Uebergangswiderstand leicht messen. Dies ist kein Problem solange alle Beteiligten mit dieser Messeinheit vertraut sind und dieselben Spulen verwenden.

Es wird dann zum Problem wenn man bedenkt dass es bis heute keine Vereinheitlichung der Messverfahren gibt. Tatsächlich wenden die meisten Hersteller von Reedschaltern ihr eigenes Messverfahren an. Den Endanwendern gegenüber ergibt sich gerade deshalb ein diffuses Bild.

Anwender verschwenden viel Zeit, Geld und Energie, um für Ihre eigenen Entwicklungen die Teile zu kategorisieren. Es kann leicht in Frustration enden, wenn aufgrund unterschiedlicher Messtechniken Produkte nicht fertig gestellt werden können oder langwierige Diskussionen das wirkliche Bild verzerren.

Wir präsentieren hier ein Möglichkeit, bei allen Anwendern von Reedsensoren oder Reedschaltern einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wir zeigen einfache Wege auf, um die magnetische Empfindlichkeit von Reedschaltern und Reedsensoren in Ihrer Anwendung zu bestimmen.

Zuvor müssen wir aber gemeinsam noch einige wichtige Punkte betrachten, die generellen Einfluss auf Reedschalterapplikationen haben:


1) Die Initialmessung eines Reedschalters erfolgt normalerweise mit seiner ursprünglichen Paddellänge. Diese Länge hängt wesentlich vom Produktionsprozess der einzelnen Hersteller ab, soll aber dem Anwender die größtmögliche Flexibilität zur weiteren Verarbeitung geben. Schneidet man den Reedschalter auf eine der Spezifikation angepasste Länge, so ändert sich die Ansprechempfindlichkeit (AWan). Gemessen in derselben Spule wie bei der Initialmessung wird sich ein anderer Wert ergeben. Wird eine signifikante Längenreduzierung vorgenommen, so kann sich der Wert sehr stark verändern. Die Reedpaddel sind aus ferromagnetischem Material, und je mehr davon vorhanden ist um so empfindlicher (aus magnetischer Sicht gesehen wirken die langen Paddel wie magnetische Antennen) ist der Schalter. Durch Kürzen der Paddel reduziert sich die magnetische Empfindlichkeit des Reedschalters. Beim Spezifizieren der Empfindlichkeit geben manche Lieferanten bearbeitete und unbearbeitete Werte im Datenblatt an. In den meisten Fällen kann der Endanwender die Messung aber nicht mehr nachvollziehen.

2) Auch beim Biegen von Reedschaltern verändert sich die Ansprechempfindlichkeit. Wann immer sich der Magnetpfad ändert, ist mit einer Veränderung des AW-Wertes in der Applikation zu rechnen und diese auch in die Designüberlegung mit einzubeziehen.

3) Beim Bearbeiten eines Reedschalters kann nicht nur das Schneiden die magnetische Empfindlichkeit beeinflussen. Auch das Biegen, besonders wenn es unfachmännisch durchgeführt wird, hat einen gravierenden Einfluss. Alle Reedschalter sind etwas anfällig bei Einwirkung von mechanischem Stress auf die Einschmelzzone, egal an welcher Seite des Schalters. Sicherlich gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Modellen, in jedem Falle wirkt sich mechanischer Stress aber auf die Ansprechempfindlichkeit AWan besonders aus. Der Paddelabstand eines Reedschalters ist nicht größer als 25 µm. Jede mechanische Belastung, ob axial oder als Drehbewegung beeinflusst AWan und den Kontaktwiderstand.

Da die meisten Endanwender mit der Messung der magnetischen Empfindlichkeit in Amperewindungen (AW, AT) nicht vertraut sind, bietet sich eine Spezifizierung in Millitesla (mT) oder Gauss (alte Bezeichnung) an. Ein Millitesla entsprechen 10 Gauss, die Umrechnung ist deshalb denkbar einfach. Millitesla ist eine anerkannte und genormte physikalische Größe und in vielen Entwicklungsabteilungen bekannt.

Weitergehende Informationen mit Grafiken finden Sie unter

Ampere-Turns (AT) vs milliTesia



 
 
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